„Frauenpower“ in der Ortsfeuerwehr Dahnsdorf

In der Rubrik „Menschen im Fläming“ berichtete die MAZ am 19.06.16 über unsere Kameradin Cornelia Dohren:

Krankenschwester in Uniform

Der Weg in die Freiwillige Feuerwehr ist klar: als Kind geht es in die Jugendfeuerwehr, nach und nach kommen die Ausbildungen dazu. Dass es auch anders geht, zeigt Cornelia Dohren aus Dahnsdorf. Mit über 50 fing sie als Quereinsteigerin bei der Feuerwehr an – anfangs nur aus Spaß. Mittlerweile fährt sie als Truppmann Einsätze auf der Autobahn.

 Dahnsdorf. Cornelia Dohren parkt ein. Konzentriert sieht sie in den Rückspiegel, manövriert das 14 Tonnen schwere Tanklöschfahrzeug behände und routiniert rückwärts ins Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Dahnsdorf. Die zierliche blonde Frau mit dem akkuraten Make Up streift sich den Helm ab, steckt die silbernen Ohrringe an – der Einsatz ist vorbei und Cornelia Dohren jetzt wieder ganz privat.

 Am Anfang stand nur ein Spaß.

„Den LKW-Führerschein habe ich eigentlich aus der Not heraus gemacht“, sagt die Neu-Feuerwehrfrau. Die PKW-Fahrerlaubnis wollte sie eigentlich machen, damals, mit 18 Jahren. Doch weit und breit war kein Platz in einer Fahrschule zu ergattern. Also lernte Dohren eben LKW fahren, der Führerschein für die kleinen Fahrzeuge war ja schließlich enthalten. Heute freut man sich in Dahnsdorf über die unverhoffte Zusatzqualifikation der 52-Jährigen Feuerwehr-Quereinsteigerin.

 Eigentlich ist Conny, wie man sie in Dahnsdorf nennt, Krankenschwester an der Berliner Charité. Seit fast 20 Jahren lebt sie in Dahnsdorf, ihr Sohn Maurice ist hier aufgewachsen und selbst in der Feuerwehr als Truppführer und Ausbilder aktiv. Das eigene Engagement fing bei Cornelia Dohren mit einem Spaß an. „Bei einem Fest haben wir erfahren, dass früher die Dorffrauen alle in der Feuerwehr waren“, erinnert sich Dohren „Da dachten wir, das machen wir auch.“ Anfangs ging es nur um den Feuerwehrsport, mittlerweile haben fünf Dahnsdorferinnen die Grundausbildung zum Truppmann abgeschlossen und fahren reguläre Einsätze für die Feuerwehr.

Die Wehr ist stolz auf ihre Frauen.

Hart sei die sechswöchige Ausbildung gewesen, sagt Cornelia Dohren. „Ich weiß noch ganz genau, dass ich an einem Tag nur noch aufgeben wollte.“ Das viele Wissen, das in so kurzer Zeit gepaukt wurde, war ihr einen Moment lang zu viel geworden. Die anderen Frauen und nicht zuletzt der eigene Sohn bewegten sie jedoch zum Weitermachen. „Zum Glück“, wie der stellvertretende Ortswehrführer Ralf Kühne sagt: „Wir sind sehr stolz auf unsere Frauen in der Wehr, vor allem, weil sie wirklich aktiv im Einsatz sind.“

Dahnsdorf weit über dem Durchschnitt.

Normalerweise seien um die zwei Prozent der Erwachsenen in freiwilligen Feuerwehren weiblich, in Dahnsdorf sind es 20 Prozent. Im Einsatz spielt das Geschlecht allerdings keine Rolle, betont Cornelia Dohren. „Da gibt es eine Befehlsstruktur, ganz einfach.“ Der im Einsatz manchmal ruppige Ton verfliege danach sofort, sagt sie, dann stehe das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund. „Wir sind ein Team, in dem einer den anderen motiviert und auch mal mitzieht“, sagt Cornelia Dohren, „ich bin froh, hier zu sein.“

 Von Saskia Popp

 Danke an unsere Frauen; die mit ihrer Frauenpower, sei es im Einsatzalltag, im Ausbildungsdienst oder in der Feuerwehrfreizeit, eine großartige Verstärkung für die Ortsfeuerwehr Dahnsdorf sind.

Conny
Cornelia Dohren; Bildquelle: MAZ: Saskia Popp
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